Automatikuhren
Automatikuhren sind mechanische Armbanduhren, bei denen die Uhr durch Armbewegungen ihres Trägers aufgezogen wird. Automatikuhren benötigen also keine Batterien und sind bei guter Wartung recht ganggenau.
Mit der Armbewegung des Trägers wird das Gehäuse der Uhr bewegt. Ein in der Automatikuhr befindlicher Rotor bewegt sich jedoch nicht in dem Maße mit, wie das Gehäuse, sondern erzeugt durch seine Trägheit ein Drehmoment, welches auf das Schwingradsystem („Unruh“) wirkt. Das übermäßige Aufziehen der Feder wird dabei durch eine sogenannte „Rutschkupplung“ verhindert.
Die meisten Automatikuhren können zusätzlich auch manuell mittels der Krone aufgezogen werden. Auch hierbei wird einem Überdrehen durch die Rutschkupplung vorgebeugt. Die Möglichkeit des manuellen Aufziehens ist von Vorteil, wenn die Uhr einmal länger nicht getragen wurde. In diesem Fall ist es ist effektiver und schonender, wenn man die Uhr aufzieht, anstatt die Uhr einfach in Gang zu schütteln. Uhrenbesitzer, die ihre Automatikuhr nur selten tragen, zum Beispiel Uhrensammler, können auch auf sogenannte „Uhrenbeweger“ zurückgreifen, die dafür sorgen, dass die Automatikuhren gleichmäßig bewegt werden und nicht stehen bleiben.
Die Gangreserve, das heißt die Zeit, in der eine voll aufgezogene Automatikuhr auch ohne Bewegung weiterläuft, beträgt bei den meisten Modellen zwischen 30 und 60 Stunden.
Viele namhafte Hersteller, wie Lange&Söhne, Junghans, Chronoswiss, Breitling usw., bieten heute Automatikuhren an. Einige Hersteller greifen dabei auf Uhrwerke der etablierten Firma ETA S.A. zurück, da sich die Konstruktion eines eigenen Automatik-Laufwerks wegen des hohen Entwicklungsaufwandes häufig nicht lohnt.
Heutzutage werden auch Armbanduhren mit sogenannten Autoquarz-Uhrwerken angeboten, die die Präzision eines Quarzuhrwerks mit dem automatischen Aufziehen durch Bewegung verbinden. Bei Autoquarz-Uhrwerken, die von der Firma Seiko sowie von ETA S.A. hergestellt werden, wird durch die mechanische Bewegung ein kleiner elektrischer Generator angetrieben, der einen Kondensator auflädt. Dieser Kondensator oder Akku versorgt daraufhin das Quarzuhrwerk mit Strom.
Die erste Automatikuhr wurde bereits im Jahr 1770 vom Schweizer Uhrmacher Abraham-Louis Perrelet entwickelt. Schon 1776 war Perrelet in der Lage, Automatikuhren zu bauen, bei denen 15 Minuten Gehen des Trägers ausreichten, um die Uhr für acht Tage aufzuziehen. Bei der Entwicklung stieß Perrelet jedoch auch auf Schwierigkeiten: Wenn etwa der Träger seiner Automatikuhr in Eile war und zu schnell rannte, konnte dies leicht dazu führen, dass die Feder überlastet und beschädigt wurde.