Chronographen
Ein hochwertiger Chronograph ist wahrscheinlich eine der schönsten und zeitlosesten Arten, die exakte Zeit zu messen. Dabei wären die filigranen Meisterwerke beinahe fast gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Allerdings konnten sie sich durch ihre hohe Wertigkeit und Funktionalität auch im digitalen Zeitalter erfolgreich durchsetzten. Der folgende Text möchte ihnen diesen nützlichen und modischen Zeitmesser etwas näher vorstellen.
Der aus dem Altgriechischen abgeleitete Begriff Chronograph bedeutet wörtlich übersetzt “Zeitschreiber” und bezeichnet laut Definition eine Uhr mit separater Stoppfunktion. Die Bezeichnung Chronograph wird aber vor allem für modische Armbanduhren verwendet, die zwar hauptsächlich zum Anzeigen der Uhrzeit verwendet werden, darüber hinaus aber auch eine Stoppfunktion beinhalten. Dabei wird die Darstellung der Stoppfunktionen über separate Ziffernblätter für die Anzeige von Sekunden, Minuten und Stunden realisiert. Der Begriff Chronograph sollte allerdings nicht mit der Bezeichnung Chronometer verwechselt werden. Denn dieser bezeichnet im Allgemeinen Uhren mit hochpräzisen und zertifizierten Uhrwerken, welche vor allem in früheren Zeiten zur exakten Zeitbestimmung bei der Navigation von Schiffen und Flugzeugen verwendet wurden.
Die ersten Chronographen in Form von Taschenuhren wurden bereits im frühen 19. Jahrhundert gefertigt. Bei diesen noch recht einfachen Zeitmessern wurde beim Stoppen der Zeit allerdings das gesamte Uhrwerk angehalten. Durch verschiedene Erfindungen und Versuche entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten der Chronograph weiter, unter anderem mit dem heute gängigen Zusatzmechanismus für den Stoppzeiger. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte sich der Chronograph auch als Armbanduhr durchsetzen. Durch die Erfindung der Quarzuhren in den 70er Jahren wurden die vergleichsweise teuren Chronographen fast gänzlich vom Markt verdrängt. Allerdings kam es ab Mitte der 80er Jahre zu einer Wiederbelebung vor allem hochwertiger Chronographen und dieser Trend hält bis heute an.
Es gibt viele verschiedene Sonderformen von Chronographen. Beispielsweise besitzt der sogenannte Schleppzeiger-Chronograph (Rattrapante) zwei separate Stoppuhrmechanismen, welche es ermöglichen zwei Ereignisse von unterschiedlicher Laufzeit zu messen. Eine weitere Sonderbauform ist die sogenannte Flyback (“fliegende Sekunde”), die es seinem Besitzer erlaubt mit einem einfachen Knopfdruck eine Nullstellung oder einen Neustart seines Chronographen “im Fluge” und ohne vorheriges Stoppen zu erreichen. Darüber hinaus haben die Hersteller verschiedenen Modelle entwickelt, die beispielsweise analoge Chronographen um eine digitale Anzeige erweitern.
Nachdem die Chronographen mit der Einführung der Quarzuhren bereits fast gänzlich vom Markt verschwunden schienen, führen mittlerweile fast alle namhaften Uhrenhersteller wieder Chronographen in ihrem Angebot. Die verschiedenen Hersteller versuchen sich durch besonders aufwendige Verzierungen oder hochwertige Materialien, wie Gold und Platin, zu unterscheiden. Die Angebotspalette reicht dabei vom preiswerten Einsteigermodell im dreistelligen Bereich bis zum exclusiven Schmuckstück im Wert eines Einfamilienhauses. Im gehobenen Segment gibt es einige bekannte Hersteller wie beispielsweise Breitlich, Omega, Longines, Tag Heuer, Tissot und Rolex, sowie viele kleinere Manufakturen die qualitativ hochwertige Produkte in geringer Stückzahl fertigen.
Ein fachgerecht gefertigter Chronograph spiegelt die hohe Kunst des Uhrmacherhandwerks wider. Er ist ein vollendeter und zeitlos schöner Gegenstand, der auch nach Jahren nichts von seiner Faszination verliert und seinen Besitzer beim täglichen Blick auf die Uhr immer wieder aufs Neue erfreut.