IWC Uhren
Die International Watch Co., kurz IWC, ist ein schweizerischer Uhrenhersteller mit Sitz in Schaffhausen. Seit 2000 gehört das Unternehmen zum Luxushersteller Richemont.
IWC wurde vom US-Amerikaner Florentino Ariosto Jones 1868 gegründet. Jones hatte bereits in Boston bei der Uhrenfabrik F. Howard & Cie. gearbeitet, als es ihn in die Schweiz zog, um sich dort selbstständig zu machen. Dies hatte zwei Gründe: Zum einen gab es in der Schweiz viele qualifizierte Uhrenmacher und zum anderen waren die Löhne in der Schweiz geringer als die Löhne in den USA. Zunächst hatte Jones vor, sich in den Juratälern der Westschweiz anzusiedeln, wo auch noch heute ein Großteil der schweizerischen Uhrenmacher angesiedelt ist. Die Unternehmer dort aber wehrten sich gegen den Eindringling aus den USA und Jones konnte im Jura keinen Fuß fassen. Durch Zufall traf er den Uhrmacher und Fabrikanten Johann Heinrich Moser aus Schaffhausen, der kurz zuvor in Schaffhausen eine Wasserkraftanlage errichtet hatte. Im Jahre 1868 gründete Jones in Schaffhausen seine Uhrenherstellung mit dem amerikanisch klingenden Namen. Später entstand dann die Produktphilosophie “Probus Scafusia” (Bewährtes aus Schaffhausen).
Zunächst stellte IWC Taschenuhren her. Ein gewisser Josef Pallweber erfand im Jahr 1885 Taschenuhren mit Digitalanzeige. Nach Patent des Herrn Pallwebers konstruierte IWC Taschenuhren, die zwei Fensterchen für die Anzeige von Minuten und Stunden besaßen. Diese Taschenuhren sind heutzutage rare Sammlerstücke. Obwohl die Anzeige sehr praktisch war, konnten sie die Analoganzeige nicht verdrängen und IWC produziert heute nach wie vor Taschenuhren mit analoger Anzeige.
Trendsetter war IWC erneut im Jahr 1899, als IWC als einer der ersten Uhrenhersteller Armbanduhren herstellte.
Eine Armbanduhr war auch die von IWC in den Dreißigerjahren entwickelte Fliegeruhr Mark IX. Schlicht und leicht ablesbar ging IWC mit dieser Uhr ins Flugzeitalter. Die Mark XI im Jahr 1948 war dann die erste Uhr mit Magnetfeldschutz. Im Laufe der Jahre baute IWC sein Angebot an Fliegeruhren aus und heute tragen besonders die Spitfireuhren zur Verbreitung von IWC an die Armgelenke der Welt bei.
Legendär sind auch die IWC Ingenieuruhren, die im Jahre 1955 eingeführt wurden. Schlicht und einfach, waren sie dennoch ein Meisterwerk an Präzision und Technik. Diese Uhren waren und sind so beliebt, dass sie im Jahre 2006 wieder erneut produziert wurden und zu den berühmtesten Uhren von IWC zählen.
Das Meisterwerk der IWC Kollektion ist aber die legendäre Grande Complication. Diese Uhren gelten mit als die aufwendigsten mechanischen Uhren der Welt und IWC stellt maximal sieben Exemplare dieser Uhren pro Jahr her. Eine Grande Complection ist ein Kunstwerk, das sich aus 659 mechanischen Teilen zusammensetzt. Die Grande Complication verfügt über einen ewigen Kalender, der Datum, Wochentag und Monat sowie die Mondphase noch in den nächsten 500 Jahren anzeigt. Ein aufwendiges und sehr komplexes Minutenrepitations-Schlagwerk sorgt dafür, dass jede abgelaufene Stunde, Viertelstunde und Minute akustisch bemerkbar gemacht wird.
Bekannt ist IWC auch für eine vielfach als frech mpfundene, aber definitiv Aufmerksamkeit erregende Werbung. Die Werbung brachte IWC von den einen Preise, von den anderen Beschwerden wegen Diskriminierung ein: (“Fast so schön wie eine Frau. Tickt aber richtig.”)
IWC ist einer der wenigen Uhrenhersteller dieser Welt, der Eleganz und Schlichtheit miteinander verbindet. Uhren dieser Marke werden nicht getragen, um anderen zu imponieren, sondern einfach, weil der Träger ein Kenner von Uhren und Uhrmacherkunst ist. Oftmals schaffte IWC Innovationen und Trends, die nach und nach von der gesamten Uhrenwelt übernommen wurden und die heute selbstverständlich erscheinen.